Präsentation über meinen Freiwilligendienst!

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Liebe Blog-Leser,

ich lade euch herzlich zu meinem ersten Vortrag über meinen weltwärts-Freiwilligendienst ein.

Die Veranstaltung findet am Freitag, den 18.09.2015 um 19.00Uhr im schönen Café Om in Villingen statt (Obere Str.12/1, Passage zur Klosterringschule).

Bitte gebt mir Bescheid ob ihr kommen könnt und ob ihr jemanden mitnehmen werdet (knezevic.dusko@yahoo.de)

Ich freue mich auf zahlreiche Gäste und möchte mich sehr gerne mit euch austauschen.

Ich suche noch dringend einen Beamer und eine Leinwand.

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Hallo Deutschland!

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Nach fast einem Jahr bin ich wieder zurück in Deutschland und möchte ein Fazit zu meinem Dienst ziehen.

Ich bin wirklich sehr froh mich letztes Jahr dazu entschieden zu haben, der Versicherungswelt den Rücken zu kehren und für ein Jahr als Volontär in Nicaragua zu arbeiten. Bei der Versicherung war ich nichts anderes als eine Zahl, mal positiv, dann wurde ich gelobt und mal negativ, dann musste ich mich ständig rechtfertigen. Ich wollte deshalb so schnell wie möglich weg aus diesem Geschäft und bin wahnsinnig erleichtert, diese Branche verlassen zu haben.

In Nicaragua war ich als Sportlehrer an einer Grundschule von der dritten bis zur sechsten Klasse tätig.

Die Arbeit als Sportlehrer war alles andere als einfach. Ich hatte bis zu 46 temperamentvolle Kinder, keine Sporthalle, so gut wie kein Equipment und kaum Unterstützung von den Lehrkräften. Außerdem hat mir die Hitze sehr zu schaffen gemacht.

Ich hatte wirklich viele Höhen und Tiefen und war auch eine Zeit lang soweit, den Dienst abzubrechen. Im Nachhinein bin ich sehr Glücklich darüber, nicht abgebrochen zu haben und den Dienst, sehr erfolgreich abgeschlossen zu haben.

Als Volontär habe ich meines Erachtens sehr viel erreicht, ich habe über 550€ an Spendengeldern zusätzlich aufgetrieben, um weiteres Sportmaterial zu kaufen, über 30 Bälle von der Deutschen Schule von Managua gespendet bekommen, ich war der erste Freiwillige aus dem ganzen Landkreis, der neben einer Jungenmannschaft auch eine Mädchenmannschaft trainiert hat, ich habe jeder meiner 14 Klassen, einen Fußball von den Spenden aus Managua geschenkt, ich habe beide Fußballmannschaften zu meinem Geburtstag auf ein Essen eingeladen und mich politisch engagiert. Natürlich hätte ich dies nicht alles geschafft, wenn ich keine Unterstützung aus Deutschland bekommen hätte und Freunde hätte, die immer hinter mir standen. Ein ganz großes Dankeschön auch an eine wahnsinnig nette und Gastfreundliche Deutsche Familie aus Managua, die mich immer herzlich aufgenommen hat.

In diesem Jahr habe ich so unglaublich viel erlebt, ich habe Vulkane bestiegen, wunderschöne Lagunen besichtigt, den Schwarzwald in Nicaragua erkundet, sehr lecker gegessen, die Karibische Küste bewundert, viel getanzt und bin von einem Vulkan mit einem Brett runter geschlittert. Ich habe so viel mehr erlebt doch ich kann hier einfach nicht alles erwähnen.

Die Nicas sind wirklich sehr gastfreundliche und offene Menschen. Ich habe so viele Freundschaften gemacht und werde sicherlich in einigen Jahren zurückkehren.

Es stimmt mich sehr traurig zu sehen, wie ein Land aufgrund von politischen Interessen von einem der reichsten Länder Mittelamerikas, zum zweitärmsten Land Lateinamerikas geworden ist. Dies ist vor allem dem Einfluss aus Amerika zu verdanken, die 45 Jahre eine Diktatur unterstützt haben und Ende der 80 Jahre, die Kontra-Revolution finanziert haben. Nicaragua ist auch wegen seinen Bodenschätzen und günstigen Arbeitsplätzen bis heute von Ausbeutung nicht verschont.

Die aktuelle politische Situation ist auch alles andere als erfreulich. Ich würde die Regierungsform als Diktatur bezeichnen. Ein Schein-Sozialismus, der die Bevölkerung unterdrückt und für Dumm-verkauft. Ortega und seine Frau haben einfach die ganze Macht in ihren Händen. Demonstrationen werden häufig mit Gewalt niedergeschlagen und wer die Regierung kritisiert, verliert häufig seinen Arbeitsplatz. Zwei Parteien wurde die Rechtstellung entzogen und für die Zukunft soll ein Kanal gebaut werden, der über 119.000Menschen, aus ihrer Umgebung entreißt und massiv die Umwelt zerstören würde. Ich hoffe wirklich sehr, dass sich die Politische Situation verbessert.

Alles in einem bin ich sehr froh, diesen Dienst angetreten zu haben. Es hat aus mir eine noch stärkere Persönlichkeit gemacht und mir gezeigt, dass ich mich weiterhin mit Globalen Themen beschäftigen möchte und in die Politik gehen möchte. Schon alleine durch unser Konsumverhalten können wir multinationalen Unternehmen, die solche Länder wie Nicaragua Ausbeuten, den Rücken kehren und ihnen das einzige entziehen was sie interessiert – Geld.

Außerdem habe ich mich häufig gefragt, wer sich denn das Recht nimmt, jemanden als Arm abzustempeln? Die Kapitalisten bemessen Armut nur am Einkommen, doch Arm kann doch auch sein, wer keine Zeit hat? Was bringt mir ein großes Haus, ein schönes Auto und jede Annehmlichkeit, wenn ich einfach keine Zeit habe, Zeit mit meiner Familie oder Freunden zu verbringen? Oder einfach einen Spaziergang in den Wald zu machen.

Besonders geschätzt habe ich auch das tolle Nachbarschaftsverhältnis, wie häufig habe ich von meiner Nachbarin, ein Mittagsessen geschenkt bekommen, obwohl sie in sehr ärmlichen Verhältnissen lebt, wie häufig ist sie vorbeigekommen, um mir ein Glas Saft zu schenken. Es hat mich gerührt, wie sie sich um mich gekümmert hat, ohne auch eine einzige Gegenleistung zu fordern. Ich habe mein bestes gegeben, auch ihr und ihrem Mann kleine Freuden zu bereiten.

Nicaragua hat eine wunderschöne Natur und tolle Produzenten, ich hoffe wirklich sehr, dass die Diktatur gestürzt wird und mehr Geld in den Tourismus und Produzenten investiert wird. Dieses Land kann sich zu etwas wunderschönem entwickeln, doch es liegt an den dort lebenden Menschen, politisch etwas zu verändern und auch an uns, unser Konsumverhalten zu ändern und solche Länder nicht mehr auszubeuten.

Ich schätze nach einem Jahr Nicaragua vor allem auch meine Heimat Deutschland mehr. Dinge die wir hier als selbstverständlich sehen, sind in vielen Ländern alles andere als Selbstverständlich. Eine warme Dusche, ein Kühlschrank, eine Waschmaschine, mehrere Fernseher, freie Meinungsäußerung, dies sind Dinge, die ich jetzt in Deutschland wirklich zu schätzen weiß. Wenn ich mir häufig das Gejammer anhöre, dann wird mir echt schlecht. Ich denke, wenn man wirklich mal am eigenen Leib erfahren hat, wie es ist, unter ganz anderen Umständen zu Leben, dann lernt man erst wirklich dass zu schätzen, was man hat. Menschen auf der ganzen Welt verhungern, Leben unter Krieg, Krankheiten und Ausbeutung und dann beschwert man sich, wenn der Bus drei Minuten zu spät kommt, oder man so lange an der Kasse warten muss oder dass die Fußballmannschaft verloren hat. Ich will damit nicht sagen, dass es keine Probleme in Deutschland gibt, es gibt auch hier sehr viele Verbesserungsmöglichkeiten, doch ganz ehrlich, ich bin froh in Deutschland aufgewachsen zu sein und diese tolle Möglichkeit genutzt zu haben.

Vielen, Vielen Dank an Alle! Wir sehen uns sicherlich bald auf der Straße oder bei meinen nächsten Vorträgen 🙂

La última semana en el colegio (die letzte Schulwoche)

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Nun ist es bald soweit, ich verlasse die Schule in Masachapa, Heute habe ich bereits in einigen Klassen, die letzten Sportstunden gegeben. Ich merke, dass die Kinder sehr traurig sind, dass ich bald gehe. Auch mich stimmt es traurig, dass vermutlich kein Nachfolger für mich einspringt.

Doch ich bin sehr froh darüber, dass ich bald in die langersehnte Urlaubszeit gehe. Morgen ist mein letzter Unterrichtstag, für die letzten vier Klassen. Dies wird sicherlich noch ein harter Tag werden, doch jetzt bin ich meinem Ziel so nahe.

Meine Präsentation zum Kanal habe ich letzte Woche mit zwei Unterstützern fertig bekommen. Am Donnertag werde ich eine Präsentation in der Sekundarstufe halten, wo ich sehr viele Jugendliche und Lehrer erwarte. Dazu möchte ich auf meinem Blog speziell einen Beitrag publizieren.

Am Freitag wird mein Abschied gefeiert. Nach dem Abschied möchte ich meine Sachen packen und in den Norden Reisen, wo das Klima erträglicher ist. In der letzter Zeit hat mir die Hitze sehr zu schaffen gemacht, ich schwitze von morgens bis abends und habe dadurch auch einen Hautauschlag bekommen. Ich fühle mich ziemlich niedergeschlagen und kann es kaum erwarten in den Norden zu Reisen und mich zu entspannen. Ich hoffe dort wird es mir besser gehen. Ich habe während der Zeit in Masachapa ein super Nachbarschaftsverhätlnis aufgebaut, wo ich mit einer Nachbarin häufig Gespräche führe und Sachen austausche. Ich denke besonders diese Nachbarin werde ich sehr vermissen. Ich habe so häufig frischen Fisch geschenkt bekommen und sie hat immer auf mein Haus aufgepasst, wenn ich unterwegs war. Das Zwischenmenschliche wird mir auf jeden Fall sehr fehlen, doch ich bin zuversichtlich auch an anderen Orten in Nicaragua, auf viele freundliche Menschen zu stoßen.

Ich möchte vor allem auch Orte bereisen, die vom Kanal betroffen sind. Besonders diese Menschen tun mir sehr leid, da sie vor einer sehr ungewissen Zukunft stehen.

Ich denke viele in Deutschland sehnen sich nach mehr Sonne, doch hier, wo ich zehn Monate gelebt habe, ist es definitiv zu heiß.

Ich halte euch auf dem laufenden.

Liebe Grüße nach Deutschland!

Mi cumpleanos con los ninos (Mein Geburtstag mit den Kindern)

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Am letzten Sonntag habe ich mit meinen zwei Fußballteams meinen Geburtstag gefeiert. Eingeladen habe ich 30 Kinder, von denen 25 erschienen sind. Die Feier habe ich in einem wunderschönen Ranchito direkt am Strand organisiert. Wie bei meinen bisherigen Feiern, gab es nur vegetarisches Essen und einen leckeren Saft. Den Kindern hat das Gemüse und der Saft leider nicht sehr gefallen, was allerdings auch zu erwarten war. Leider ernähren sich die meisten Kinder sehr ungesund, deshalb war es für mich ein besonderes anliegen, wenigstens an meinem Geburtstag etwas gesundes zu servieren. Der Tag an sich war sehr anstrengend, weil es sehr heiß war und mich die Kinder mit Fragen gelöchert haben. So eine Truppe von Kindern verlangt eine menge Aufmerksamkeit und Geduld. Zum Glück war meine Freundin dabei, die mich tatkräftig unterstützt hat. Mit den Kindern habe ich gegessen, im Wasser und am Strand gespielt und zum Schluss sind wir noch ein Eis Essen gegangen. Finanziert habe ich den Geburtstag mit den gesammelten Spenden aus dem Dorf und den Spenden aus Deutschland. Einen Teil habe ich selbst beigetragen. Am Ende der Feier war ich total erschöpft und sehr froh, mich in meine Hängematte zu legen und zu relaxen. Den Abend davor habe ich in einem kleinen Kreis mit meiner Freundin und meinen zwei besten Nica Freunden gefeiert. Alles in einem war es ein sehr anstrengendes doch sehr schönes Wochenende. Die Kinder zum Essen einzuladen war ein weiteres Ziel, dass ich erfolgreich erreicht habe. Nun fehlen mir noch drei Wochen in der Schule und dann ist die Zeit als Sportlehrer vorbei, worüber ich mich sehr freue.

Ich freue mich auf den letzten Abschnitt meiner Zeit und wünsche allen Liebe Grüße aus dem heißen Nicaragua!!!

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El último mes en la escuela (Der letzte Schulmonat)

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Mein Dienst an der Schule in Masachapa neigt sich langsam dem Ende zu. Und ich bin wirklich sehr froh, dass es bald vorbei ist.

Ich habe während dem Dienst gemerkt, dass Sport zu unterrichten nichts für mich ist. Es kann auch daran liegen, dass ich hier in Nicaragua unter Extrembedingungen unterrichte und ich es mir deshalb nicht mehr vorstellen kann, auf Lehramt zu studieren.

Ich habe teilweise mehr als 46 temperamentvolle Schüler unter der prallen Sonne unterrichtet. Leider wurde mir auch sogut wie kein Equipment zur Verfügung gestellt. Durch die vielen Spenden konnte ich wenigstens in dieser hinsicht zu einer deutlichen Verbesserung beitragen.

Doch auch an der Deutschen Schule in Managua habe ich gemerkt, dass ich defintiv nicht Sportlehrer werden möchte. Sport machen und Sport zu unterrichten sind zwei verschiedene Welten. Man braucht unglaublich viel Geduld und muss alles ständig mehrmals wiederholen und erklären. Leider sind Lehrer heutzutage viel mehr Erzieher, als Vermittler von Informationen und Wissen. Ich denke den anderen Lehrern an meiner Schule geht es nicht anders. Ich habe großen Respekt vor den Lehrern in Nicaragua, die tagtäglich unter diesen Bedingungen unterrichten. Die meisten Lehrer werden außerdem sehr schlecht bezahlt. In Deutschland kann ein Lehrer wenigstens sagen, dass er ordentlich verdient.

Die Zeit an sich war sehr lehrreich und ich weiß schon viel besser, was ich wirklich machen möchte. Ich werde mich für ein Soziologie und Psychologie Studium bewerben und im Laufe der Zeit, Vorträge über diverse Themen halten. Mein Interesse an Politik hat stark zugenommen und ich kann es kaum erwarten, nach Deutschland zurückzukommen und mich einer Partei anzuschließen.

Meine Ziele für den letzten Monat sind, den Kindern noch einmal mit vielen Spielen eine Freude zu bereiten und meine zwei Fußballteams zum Essen einzuladen.Das Essen wird an meinem Geburtstag in direkter Strandlage statt finden, darauf freue ich mich sehr. Außerdem möchte ich ein paar Präsentationen zum Nicaragu-Kanal halten. Mein letzter Schultag ist der 01.07.15, wo ich noch einmal mit den Schülern und Lehrern den Abschied feiern werde.

Mein Rückflug nach Deutschland wird Ende August sein, somit habe ich noch einmal viel Zeit, um Nicragua zu bereisen und mir Gedanken über die Zukunft zu mache.

Ich werde vermutlich weiter im Norden Reisen, wo das Klima super ist und es viel zu entdecken gibt. Im Anschluss möchte ich nach Costa Rica Reisen und den Rückflug von Panamá aus in Angriff nehmen.

Ich freue mich auf die letzte Zeit in Nicaragua und hoffe, ihr seit mit meinen Berichten aus Nicaragua zufrieden.

Ich bin bereits dabei, eine Präsentation über meinen Dienst zu entwerfen, die ich euch liebend gerne in Deutschland präsentieren möchte. Bis bald Freunde!

 

donaciónes (Spenden)

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Liebe Blog-Leser,

heute möchte ich euch Bilder vom gekauften Equipment präsentieren. Zuerst möchte ich noch einmal allen Spendern herzlich Danken, nur durch eure Hilfe konnte ich es mir leisten, so viel Equipment zu kaufen. Das Equipment biete mir die Möglichkeit einen abwechslungsreicheren und Interessanteren Unterricht zu gestalten. Das Equipment werde ich nach meinem Dienst meiner Organisation übergeben, die es für die kommenden Freiwilligen bewahrt. Das Boxequipment werde ich an den Boxverein in San Rafael del Sur Spenden. Folgende Dinge habe ich gekauft:

Boxhandschuhe Everlast             35€

Pratzen Everlast                             35€

2 paar Boxhandschuhe

Sowie 2 Mundschütze                  23,55€

Boxsack mit Kette                          95€

1 Baseballschläger                          3,33€

1 Volleyball                                        6,66€

2 Fußbälle                                          27€

1 Basketball                                       3,33€

1 Baseballhandschuh                    13,76€

4 Baseball Bälle                                16,70€

2 Schaumstoffbälle                        27,80€

5 Sprungseile                                 17,85€

1 Ballpumpe                                   10€

Transport u. Versandkosten      60€

Essenskosten Fußballturnier     30€

Gesamtspenden:                           477€

Gesamtkosten:                               404,98€

Somit verbleiben mir noch 72,02€. Mit diesem Geld werde ich die Kinder einladen, die am Fußballturnier teilgenommen haben. Dies sind 14 Jungs und 15 Mädchen. Ich bin echt sehr froh, so eine Unterstützung aus Deutschland bekommen zu haben. Dies zeigt mir, dass viele hinter meinem Projekt stehen und meine Arbeit unterstützen. Falls sich noch jemand dazu entscheidet, zu Spenden, dann würde ich für meine Schule 2 Fußballtore kaufen, die circa 100€ kosten würden.

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Vielen Dank an alle!!!

El peor organizado torneo del mi vida ( ein schlecht organisiertes Turnier)

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Seit Beginn des Turniers hatte ich einige Schwierigkeiten mit der Organisation des Turniers. Ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll. Es fing bereits beim ersten treffen vor zwei Monaten an, wo mir in letzter Minute, ein anderer Freiwilliger Bescheid gegeben hat, dass das Treffen statt findet. Beim ersten treffen hat es sich noch ganz gut angehört. Im Laufe der Zeit hat es sich allerdings als sehr unorganisiert herausgestellt. Ich hatte mittlerweile vier Fußballspiele und in wirklich keinem, wurde mir wirklich frühzeitig Bescheid gegeben. Der Beauftrage hat nie auf meine SMS Nachrichten oder Anrufe reagiert. Meistens habe ich einen Tag vor dem Spiel, von anderen Freiwilligen Bescheid bekommen, dass das Spiel statt findet. Meistens musste ich dann am Abend oder am morgen alle Häuser abklappern, um den Kindern Bescheid zu geben. Auch als es darum ging das Spielfeld zu markieren, wusste irgendwie niemand wer an der Reihe ist. Uns wurde ein Schiedsrichter versprochen, den ich nie zu Gesicht bekommen habe. Bereits beim ersten Spiel wurde getrickst, denn der Lehrer vom anderen Team, ist mit älteren Schüler angetreten, die im nachhinein zum Glück disqualifiziert wurden.

Mit meiner Jungen-Mannschaft bin ich ja bereits ausgeschieden. Doch auch hier wurde die Siegermannschaft disqualifiziert, weil sie mit älteren Schülern angetreten ist. Ich hatte schließlich noch eine Mädchen-Mannschaft. Nun wusste ich auch hier nicht, wann genau das Spiel statt finden wird. Letzte Woche habe ich nach zwei langen Monaten, alle Dokumente zusammen bekommen, Original Geburtsurkunden beantragt, Trikots bestellt und mit allen Eltern geredet. Alles sollte bis morgen fertig sein und jetzt kommt der Hammer. Letzten Donnerstag bekomme ich von einem anderen Freiwilligen mit, dass das Spiel bereits am Montag (gestern) statt findet. Dies war ein echter Schock, da wie schon gesagt, sowohl die original Geburtsurkunden als auch die Trikots erst morgen fertig sein sollten. Und so bin ich am Freitag morgen wieder von Managua zurück in mein Dorf, um zu retten was zu retten ist. Ich musste somit alles in kürzester Zeit abklären. Eltern bescheid geben, Geburtsurkunden früher besorgen, Trikots kaufen und einen Transport besorgen. An jedem morgen habe ich mir die Frage gestellt, ob ich es wirklich schaffen kann, innerhalb von drei Tagen alles abzuklären. Ich wollte erst einmal mit dem Organisator meines Landkreises reden, wieso er mir nicht einmal Bescheid geben konnte. Am ersten Tag konnte ich ihn leider nicht auffinden. Ich bin wirklich drei Tage, die ganze Zeit rumgerannt, um es doch noch irgendwie hinzubekommen, die Mädels spielen zu lassen. Großartig helfen wollten nur die wenigsten. Als erstes musste ich die original Geburtsurkunden besorgen, dafür bin ich am Samstag direkt zum Chef vom Bürgeramt gegangen, dieser wollte mir gleich helfen, da es schließlich für die Mädels war und er mein Engagement, sehr geschätzt hat. Den Tag zuvor habe ich ihn zwei mal aufgesucht, jedoch war er leider nicht zuhause. Und so sind wir zusammen am nächsten Tag, eine seiner Sekretärinnen mit den Taxi abholen gegangen, um die Urkunden auszustellen. Ich musste etwas extra zahlen, da am Wochenende nicht gearbeitet wird.

Nachdem ich die Urkunden hatte, war ich bereits deutlich motivierter, da ohne diese Urkunden keine Teilnahme möglich war. Der nächste Schritt war es einen Transporter zu besorgen, auch dies war keine einfache Aufgabe, da es sehr kurzfristig war. Ich hatte letztendlich zwei Angebote. Eines war mit deutlich zu teuer, das andere hat mir zugesagt und so hatte ich noch eine große Aufgabe: 13 Familien zu besuchen und den Eltern um ihre Erlaubnis zu bitten. Und so bin ich zu meiner Gastfamilie gefahren, um mir ein Fahrrad zu leihen, um alle Eltern zu besuchen. Nach ganzen sieben Stunden war die Arbeit getan und ich war echt glücklich bis auf die Trikots, alles geschafft zu haben.

Und so konnte ich mich richten und den Sonntag Abend genießen, bis eine Mutter von den Kindern mich gesehen hat und meinte, dass ihre Tochter nicht zum Spiel kommt. Ich war wirklich geschockt, denn ich hatte alle Unterlagen beisammen, habe alles unterschrieben lassen und dachte ich sei endlich fertig. Und so musste ich noch am Abend, eine neue Spielerin suchen, die ich zum Glück schnell gefunden habe. Leider hatte sie keine original Geburtsurkunde, doch ich hatte keine andere Wahl.

Am nächsten Tag war das Treffen um, 06.00 Uhr vereinbart. Von 14 Mädels sind lediglich fünf pünktlich erschienen, nach 15 Minuten habe ich Gruppen gebildet und wir sind alle Mädels abholen gegangen. Gegen 07.00Uhr war es endlich soweit, alle Mädels sind mit ihren Eltern gekommen. Nun hatten wir das Problem, dass zu viele Eltern gekommen sind und auch das Mädchen gekommen ist, wo eigentlich nicht mehr kommen durfte. Ich habe einfach beide mitgenommen, da ich kein Mädchen sitzen lassen wollte. Wir hatten nur einen kleinen Transporter bestellt. Doch die Eltern wollten ihre Kinder nicht alleine fahren lassen und so haben wir uns alle in den kleinen Bus gequetscht. Der Fahrer war etwas sauer doch ich war froh, endlich nach Managua zu fahren und trotz all dieser Hürden, alles geschafft zu haben.

In Managua angekommen hatten wir nicht mehr viel Zeit. Der Organisator meinte, dass wir in wenigen Minuten unser erstes Spiel haben. Und so bin ich mit den Mädels auf den Rasen gegangen, um sie aufzuwärmen. Leider erschien das gegnerische Team nicht und doch durften wir uns im Finale gegen eine Mannschaft aus Villa del Carmen messen. Gleich zu Beginn ist allen aufgefallen, dass die Mädels aus der gegnerischen Mannschaft deutlich größer sind. Somit habe ich den Organisator darum gebeten, die Geburtsurkunden zu kontrollieren. Es kam mir so vor, als ob manche Mädels nicht einmal ihren Namen wussten. Die Dokumente waren außerdem unvollständig, es haben zwei Fotos gefehlt, somit konnten zwei x beliebige Spielerinnen mitspielen, die die Alterskritierien nicht erfüllen. Als ich dies reklamieren wollte, wollte der Organisator nichts davon wissen und wollte sofort mit dem Spiel beginnen. Meine Mädels und ihre Eltern waren ziemlich aufgewühlt und ich habe sie beruhigen können. Ich meinte, wir siegen als ehrliches Team und wir verlieren als ehrliches Team. Und so begann das Spiel und aufgrund des Größenunterschieds, hatten meine Mädels keine Chance. Wir haben 4:0 verloren und meine Mädels waren ziemlich traurig und wütend. Auch die Eltern waren alles andere als erfreut, ihre Kinder mit deutlich größeren Gegnern spielen zu sehen. Nach dem Spiel wollte ich noch einmal die Dokumente checken, der Organisator wurde schnell sauer und wollte sogar die Polizei rufen. Ich habe die Welt nicht mehr verstanden. Das andere Team ist innerhalb von fünf Minuten verschwunden, es war wirklich sehr merkwürdig…

Letztendlich habe ich gemerkt, dass es keinen Sinn macht, mit diesem Mann zu diskutieren und so habe ich alle zusammengerufen und wir sind gemeinsam Essen gegangen. Letztendlich bin ich trotz stolz auf mich, ein Mädchen-Team gebildet zu haben und trotz all dieser Hindernisse nach Managua gefahren zu sein. Ich bin auch froh, so viel Unterstützung von meinem Dorf bekommen zu haben. Enttäuscht bin ich vom Organisator und meiner Direktorin, die mich in keinster Weise unterstützt haben. Es war eine echt harte Arbeit, doch letztendlich bin ich froh, den Mädchen diese Erfahrung ermöglicht zu haben. Mit den übrig gebliebenen Spenden, werde ich alle Spieler, sowohl Jungs- als auch Mädels zu einem gemeinsamen Essen einladen.
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Liebe Grüße nach Deutschland!!!